Kinderfreundliche Kommune
Gechingen


Öffentliche Bekanntmachung der Beteiligung der Öffentlichkeit und Auslegung des Bebauungsplanentwurfs sowie der zugehörigen örtlichen Bauvorschriften gemäß § 3 Abs. 2 Baugesetzbuch (BauGB) i.V.m. § 74 Landesbauordnung (LBO)

Der Gemeinderat der Gemeinde Gechingen hat in seiner öffentlichen Sitzung am 17.10.2017 die Abwägung der im Zuge der frühzeitigen Beteiligung gemäß §§ 3(1) und 4(1) BauGB eingegangenen Anregungen beschlossen und in seiner öffentlichen Sitzung am 12.12.2017 den fortgeschriebenen Entwurfsstand des Bebauungsplans und der Örtlichen Bauvorschriften Furt beraten sowie den Entwurfsbeschluss und den Beschluss zur Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 (2) BauGB gefasst. Parallel hierzu erfolgt die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger Öffentlicher Belange gemäß §4 (2) BauGB.

Die Lage und der Umfang des Plangebietes sind dem Übersichtsplan zu entnehmen.

Der Bebauungsplan wird aufgrund seiner Lage im Außenbereich als

qualifizierter Bebauungsplan im Regelverfahren aufgestellt. Begleitend zum Bebauungsplan erfolgt eine Umweltprüfung gemäß § 2 Abs. 4 BauGB.

Der Entwurf des Bebauungsplans und der Örtlichen Bauvorschriften mit Plandarstellung, textlichen Festsetzungen, Begründung mit Umweltbericht sowie die zugehörigen Fachgutachten und die nach Einschätzung der Gemeinde wesentlichen, bereits vorliegenden umweltbezogenen Stellungnahmen liegen gemäß § 3 (2) BauGB in der Zeit

vom 18.01.2018 bis einschließlich 19.02.2018

im Bürgerbüro (Zimmer 1) des Rathauses Gechingen, Calwer Straße 14, 75391 Gechingen, während der üblichen Dienstzeiten montags, dienstags und freitags von 08:30-12:00 Uhr und donnerstags von 07:00-18:30 Uhr öffentlich zur Einsichtnahme aus.

Der Inhalt der ortsüblichen Bekanntmachung und die auszulegenden Unterlagen werden zusätzlich auf die Internetseite der Gemeinde Gechingen unter www.gechingen.de eingestellt und stehen unter diesem Link für die o.g. Dauer des Beteiligungszeitraums zur Verfügung.

Zur fachlichen Erörterung steht Ihnen im Rathaus der Gemeinde Gechingen Frau Melissa Gerlach, Haupt- und Ordnungsamt, Tel.: 07056/201-43 gerne zur Verfügung.

Die jeweiligen DIN-Vorschriften werden im Rathaus der Gemeinde Gechingen zur Einsicht vorgehalten.

Der Öffentlichkeit wird im Zuge der Beteiligung nach §3 Abs. 2 BauGB Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Stellungnahmen können während der Auslegungsfrist bei der Gemeinde abgegeben werden. Nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen können bei der Beschlussfassung über den Bebauungsplan und die dazugehörigen örtlichen Bauvorschriften unberücksichtigt bleiben.

Da das Ergebnis der Behandlung der Stellungnahmen mitgeteilt wird, ist die Angabe der Anschrift des Verfassers zweckmäßig.

Bestandteil der ausgelegten Unterlagen sind auch die bereits vorliegenden umweltbezogenen Stellungnahmen.

Folgende Arten umweltbezogener Informationen sind verfügbar:

  • Umweltbericht in der Fassung vom 12.12.2017 mit Ausführungen zu den Themen:
    • Beschreibung der Ziele des Umweltschutzes aus anderen Planungen, die sich auf den Planbereich beziehen (u.a. Regionalplan; Flächennutzungsplan und Landschaftsplan; naturschutzrechtliche Schutzgebietskulissen (u.a. geschütztes Biotop am Südwestrand / Heckenzug), sonstige Schutzgebiete und Lebensraumtypen (u.a. LRT Flachlandmähwiese), Kontext zum Hochwasserschutz;
    • Darlegung der landschaftsräumlichen Ausgangssituation innerhalb des Plangebietes und im daran anschließenden Landschaftsraum (Irmaue);
    • Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen auf der Grundlage der Umweltprüfung sowie Prognose über die Entwicklung des Umweltzustandes bei Nicht-Durchführung bzw. Durchführung der Planung mit Bezug auf die folgenden Schutzgüter:
    • Arten und Biotope (u.a. Inanspruchnahme der Ackerflächen, Grünländer, Sonderkultur, Umgang mit Bestandsbiotop), Artenschutz (Aussagen zur Vermeidung basierend auf artenschutzrechtlicher Beurteilung vgl. unten) und Biotopverbund (hier u.a. kleinteilige Inanspruchnahme vorhandener Wert gebender Grünlandflächen mit entsprechendem Ausgleichserfordernis im Kontext des Lebensraum artenreicher Flachlandmähwiesen und der Ausgangssituation im geschützten Biotop des Heckenzugs am Südrand des Plangebietes)
    • Boden (hier u.a. Totalverlust mittel- bis hochwertiger Bodenfunktionen im Zuge der Gebietsaufsiedlung)
    • Wasser / Grundwasser (hier u.a. Totalverlust mittel- bis hochwertiger Bodenfunktionen im Zuge der Gebietsaufsiedlung)
    • Klima und Klimafolgenanpassung (hier u.a. Inanspruchnahme von Kaltluftentstehungsflächen in der Hanglage der Irmaue, Kaltluftabfluss, Option der Nutzung regenerativer Energie und Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung)
    • Landschafts- und Siedlungsbild (hier u.a. visuell wirksames Herausrücken des Siedlungskörpers in die Irmaue, Blickbeziehung aus angrenzendem Landschaftsraum)
    • Mensch / Erholung (hier u.a. quantitative und qualitative Entwicklung der Erholungsnutzung und Aufwertung von Wegebeziehungen aus dem Kernort in die Landschaft, Schallimmissionsschutz: Verweise auf Schallschutzgutachten vgl. unten)
    • Kultur- und Sachgüter (u.a. Verweis auf noch ausstehende Prospektion des Landesdenkmalamtes)
    • Fläche / Landwirtschaft (hier u.a. Entzug landwirtschaftlicher Flächen, agrarstrukturelle Bedeutung des Plangebietes für die Landwirtschaft)
    • Abzusehende Menge an Emissionen von Schadstoffen, Lärm, Erschütterungen, Licht, Wärme und Strahlung sowie der Verursachung von Belästigungen; erzeugte Abfälle / Beseitigung / Verwertung; Risiken für die menschliche Gesundheit, das kulturelle Erbe oder die Umwelt (zum Beispiel durch Unfälle und Katastrophen); Kumulierung mit den Auswirkungen benachbarter Plangebiete unter Berücksichtigung etwaiger bestehender Umweltprobleme in Bezug auf möglicherweise betroffene Gebiete mit spezieller Umweltrelevanz oder auf die Nutzung natürlicher Ressourcen sowie eingesetzte Techniken und Stoffe;
    • Beschreibung der Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der Auswirkungen/Abarbeitung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung mit Darstellung der vorgesehenen plangebietsinternen und plangebietsexternen Ausgleichsmaßnahmen zum Erreichen eines Ausgleichs auch im Kontext des Aspekts des Lebensraumtyps der Flachlandmähwiese.
    • Beschreibung anderweitiger Planungsmöglichkeiten. Beschreibung der geplanten Maßnahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt bei Durchführung der Planung
  • Artenschutzrechtliche Beurteilung zum Bebauungsplan Furt (Büro für Waldökologie und Kulturlandschaft, Dr. Schroth, Sommerhardt, Stand 31.08.2015) mit Prüfung, ob eine erhebliche Beeinträchtigung geschützter Arten zu erwarten ist (u.a. im Hinblick das Vorkommen seltener oder geschützter Pflanzenarten, das Vorkommen seltener Insektenarten und bodenbrütender Vogelarten sowie Zauneidechsen und Amphibien) u.a. mit Darlegungen zum Aspekt der Feldlerche, der artenschutzrechtlichen Bedeutung von artenreichen Wiesenflächen, der Bedeutung des Heckenbiotops für die Avifauna und Fledermäuse
  • Stellungnahme zum Ausgleich Grünlandflächen und Artenschutzmaßnahmen (Büro für Waldökologie und Kulturlandschaft, Dr. Schroth, Sommerhardt, Stand 12.01.2017) mit Empfehlungen zum plangebietsexternen Ausgleich im Kontext des Lebensraumtyps der Flachlandmähwiese und mit Darlegung von Optionsflächen zum Ausgleich und Empfehlungen zur Pflege
  • Geräuschimmissionsprognose nach TA Lärm (rw-Bauphysik, Schwäbisch Hall, 06.04.2017) mit Betrachtung des von außen auf das Plangebiet einwirkenden Verkehrslärms und entsprechenden Empfehlungen und Maßgaben zum passiven Schallschutz
  • Baugrunduntersuchungen Baugebietserschließung „Furt“, IBL Umwelt- und Biotechnik GmbH, Heidelberg, 27.03.2017 mit Aussagen zur Geologie, Hydrogeologie und Hydrologie, mit Aussagen zur Bodeneinstufung und Empfehlungen zur Gründung

Darüber hinaus liegen Stellungnahmen von Seiten der Behörden und sonstigen Träger Öffentlicher Belange als umweltbezogene Stellungnahmen vor, hier insbesondere:

  • Aussagen des Regierungspräsidiums: u.a. Hinweise auf Erforderlichkeit der Planung und zum Vorbehaltsgebiet Bodenschutz
  • Landratsamt Calw: u.a. Hinweise auf Löschwasserversorgung, Sicherstellung der Entwässerung, Überarbeitung des Allgemeinen Kanalisationsplans, Vorrang des Hochwasserschutzes und Schutz des Plangebietes vor wildabfließendem Außengebietswasser, Hinweis auf Novelle des Baugesetzbuchs, Hinweis auf möglich Verfahrenskopplung mit Planungen zum Kindergarten, zur Umsetzbarkeit von Ausgleichsmaßnahmen und Sicherung der privaten Retentionszisternen. Des Weiteren Hinweise zum Naturschutz (angrenzendes Landschaftsschutzgebiet, Umgang mit dem geschützten Heckenbiotop), Hinweise zu Straßenbäumen und dem Einverständnis zu den artenschutzrechtlichen Ausführungen sowie zur noch ausstehenden Bilanzierung, Hinweise auf die Belange der Landwirtschaft. Weitergehend Hinweise zum Bandschutz und zur Verkehrserschließung
  • Regionalverband Nordschwarzwald mit Hinweisen zum Vorbehaltsgebiet Bodenschutz und Empfehlungen zum Erhalt Wert gebender Strukturen (Flachlandmähwiese, geschütztes Biotop)
  • Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau mit Hinweisen zur Geotechnik
  • Landesamt für Denkmalpflege mit Hinweise auf Reste einer frühmittelalterlichen Siedlung und der Erforderlichkeit von Sondagen / Prospektionen
  • Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr mit Hinweise zu maximalen Bauhöhen und Hinweisen zur benachbarten militärischen Liegenschaft
  • Netze BW mit Hinweisen zum Verlauf einer 20KV-Leitung und der Erforderlichkeit einer Umspannstation sowie zur privaten Duldungspflicht

Ebenso liegen Stellungsnahmen von Seiten der Öffentlichkeit vor u.a. mit Anregungen zum Gebäudeenergieverbrauch (KfW 40 Standard/ Passivhausstandard), zum energetischen Standard im Kontext der E-Mobilität (Versorgungsleitungen / Ladestationen, Anreize zur E-Mobilität), Anregungen zur Vorbildfunktion der Gemeinde (LED-Straßenbeleuchtung), Anregungen zur Sonnenhaustechnik und zur Nutzung regenerativer Energien. Weitergehend Hinweise zu festgesetzten Planinhalten (u.a. Rücksprung Fassade bei Pultdachgebäuden, Mindestabstand Carports zur Straßenkante, zu offenem Retentionsbecken, zu festgesetzten Retentionszisternen, zum Ausschluss von Nadelgehölzen, zur extensiven Dachbegrünung bei Pultdächern, zur Zahl der Wohneinheiten / Gebäude, zum Verbot der Einleitung von Drainagewasser in den Schmutzwasserkanal, zur Begrünung von Flachdächern bei Nutzung als Dachterrasse, der Eröffnung von Walmdachgebäuden, zur Regelung von Straßenbeleuchtungsmasten auf den Privatgrundstücken und den Vorschriften zu Stützmauern.

Gechingen, den 10.01.2018

Jens Häußler
Bürgermeister

Auslegungsunterlagen:

Plandarstellung Stand 12.12.2017

Textliche Festsetzungen Stand 12.12.2017

Begründung Stand 12.12.2017

Umweltbericht (Teil II der Begründung) Stand 12.12.2017

Anlage 1: Artenschutzrechtliche Beurteilung Wohnbaufläche

Anlage 2: Ausgleich Grünland und Artenschutzmaßnahmen

Anlage 3: Baugrunduntersuchung

Anlage 4: Geräuschimmissionsprognose nach TA Lärm

Abwägungstabelle frühzeitige Beteiligung Träger öffentlicher Belange

Abwägungstabelle frühzeitige Beteiligung Öffentlichkeit